Der Einfluss von UV Licht auf das Gefieder

Woher kommt der Gelbstich im weißen Gefieder einiger Hühner? Und warum werden einige schwarze Hühner im Sommer braun?

Das Foto zeigt das Gefieder eines Hahnes mit weißen Federn, der täglich den Witterungseinflüssen ausgesetzt ist. Er wird nass wenn es regnet, und die Sonne scheint auf die Federn.

Besonders anfällig für Vergilbung ist das Kleingefieder der Konturfedern, vor allem das Schmuckgefieder bei den Hähnen.

Auch wenn sich das Tier nur im Schatten aufhält, entfaltet die UV-Strahlung ihre Wirkung, wenn auch mit 30 - 40 % nicht so stark wie in der direkten Sonne.

Alle Federn die dem UV-Licht der Sonne ausgesetzt sind, können im Laufe der Zeit gelb werden.

Federn, an die kein UV-Licht kommt, bleiben hingegen reinweiß ohne Gelbstich.

Das erkennt man gut, wenn man die oberen Deckfedern ein wenig zur Seite schiebt. Die darunter liegenden Federn sind silberweiß.

 

Der Einfluss der Sonne ist umso stärker, wenn die Federn zuvor nass geworden sind. Das zeigt den starken Einfluss der UV-Einstrahlung in Bezug auf die Gelbfärbung der weißen Federn, wobei trockene Federn weniger anfällig für Vergilbung sind durch UV-Licht.

 

UV-Strahlen bilden zusammen mit Wasser Wasserstoffperoxid, das die Federstruktur angreift, und das natürliche blasse Gelb des Keratins, aus dem die Federn bestehen, durchscheinen lässt.

 

Es ist allerdings auch keine Lösung, die Tiere in einem abgedunkelten Stall einzusperren, denn sie brauchen Licht, Luft und Sonne um gesund zu bleiben, und natürlich Gras, welches Carotinoide enthält.

 

Carotinoide sind nicht nur wichtig für Rassen mit gelben Läufen, und eine intensive orange-rote Augenfarbe, sie dienen auch als Fänger für freie Radikale, und spielen somit eine große Rolle für die Gesundheit der Tiere.

Es ist ein Irrglaube, dass Carotinoide das weiße Gefieder gelb verfärben.

 

Doch warum färben Carotinoide die weißen Federn nicht gelb?

 

Sind sie doch ein Vorläufer der Lipochrome, aus denen die Farbstoffe gebildet werden.

 

Farbstoffe spielen nur eine Rolle bei den Pigmentfarben der Federn, wo der Farbstoff homogen in der Federmasse verteilt ist.

Man unterscheidet bei den Pigmentfarben Melanine und Lipochrome.

 

Melanine sind  Phaeomelanine, die rotbraun bis gelblich erscheinen und dunkelbraune bis schwarze Eumelanine.

 

Sie bestimmen im allgemeinen die Gefiederfarbe der Hühner.

 

Lipochrome sind Zooxanthin (reines Gelb) und Zooerythrin (reines Rot).

Die Vorstufen dieser Farbstoffe (Carotinoide) müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

Sie bestimmen die Ausprägung des Daunengefieders gelber Küken, der Haut-, Lauf- und Schnabelfarbe gelbläufiger Rassen sowie der Farbe des Eidotters.

 

 

Weiß hingegen ist keine Pigmentfarbe, sondern eine Strukturfarbe.

Sie entsteht durch die Brechung und Streuung der auffallenden Lichtstrahlen in den Federzellen, aufgrund des Fehlens aller Pigmente. 

 

Strukturfarben entstehen durch Lichtbrechungseffekte, was sich durch den Feinaufbau der Federn erklären lässt: das Licht bricht sich an den luftgefüllten Kästchenzellen, welches viele kleine luftgefüllte Hohlräume innerhalb der Hornschicht sind.

 

Ist kein Pigment vorhanden, erscheint die Feder weiß.

 

Durch die Kombination von Struktur- mit Pigmentfarben entsthenden je nach Lichteinfall und -brechung brilliante blaue und grüne Farbtöne, irisierendes Violett, silbriger Glanz, sowie Schiller- und Seidenglanzfarben. Eingelagerte Melaninpigmente erscheinen  metallisch schillernd. 

Auch der Lack mit seinen verschiedenfarbigen Schillereffekten zählt zu den Strukturfarben, bedingt durch eine Veränderung der Federstrahlen (Radien). Bei schillernden Federn sind die Haken der Federn reduziert, so dass sich die Strahlen um 90° drehen können, und die flache Seite nach außen gewandt ist.

 

Alle Farbstoffe und Pigmente können nur während des Federwachstums in die Feder eingelagert werden, ist die Feder erst einmal ausgereift, wird sie nicht mehr mit Nährstoffen versorgt, die in der Lage sind die Farbe zu verändern. Ausgereifte Federn sind  leblose Strukturen aus Keratin, Farbänderungen können nur noch durch Abnutzung der Federränder entstehen.

 

Es gibt kein Futter, welches weiße Federn gelb macht, zu keinem Zeitpunkt der Federentwicklung, da weiße Federn kein Pigment / keinen Farbstoff enthalten!

 

Hat das Öl der Bürzeldrüse einen Einfluss auf das weiße Gefieder?

Nein, da das Öl der Brüzeldrüse bei Hühnern kein Carotinoid enthält.

Beim Einfetten des Gefieders mit dem Öl aus der Bürzeldrüse, vor allem im Zusammenhang mit Staub oder auch eisenoxidhaltigem roten Wasser, können die Federn mit einer Haftfarbe augenscheinlich oberflächlich gefärbt werden.

 

Einige Hühnerrassen haben keine Bürzeldrüse, sie  haben Puderfedern, die ein sehr feines, weißes, wachsartiges Pulver aus Keratin produzieren, das sich über die Federn verteilt, wenn das Huhn sich putzt, und die Konturfedern genau wie das Öl der Bürzeldrüse wasserabweisend macht.

Wenn das Öl der Bürzeldrüse ursächlich für die Vergilbung wäre, dürften schwanzlose weiße Hühner ohne Bürzeldrüse, wie z.B. Araucana im Vergleich zu weißen Hühnern anderer Rassen mit Schwanz, unter den selben Haltungsbedingungen keinen Gelbanflug aufweisen.

 

Genetisch betrachtet gibt es silberweiße Tiere mit grauem Untergefieder, sie scheinen weniger anfällig für Gelbanflug zu sein als weiße Tiere mit weißem Untergefieder, was an der unterschiedlichen Federstruktur liegt.

 

Einen ähnlichen Effekt durch das UV Licht kann man bei schwarzen Tieren feststellen, wo die schwarzen Federn sich unter dem UV-Einfluss braun verfärben, also ausbleichen. Mit der nächsten Mauser sind die Federn dann wieder schwarz.