Die Geschichte der Rasse Deutsches Lachshuhn (EE: Deutsche Faverolles)

Die Geschichte der Rasse Deutsches Lachshuhn (EE: Deutsche Faverolles)

 

Seit 1912 gibt es in Deutschland das Dt. Lachshuhn, die deutsche Zuchtrichtung des französischen Faverolles-Huhns.

Der Ursprung des Deutschen Lachshuhns liegt in Frankreich. Dort wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein Masthuhn gezüchtet, zu dessen Herauszüchtung u.a. das einheimische Houdan, eine Rasse mit guter Legeleistung und hohem Fleischansatz, sowie silberhalsige Dorking und helle und dunkle Brahma herangezogen wurden. In Frankreich, wo diese Tiere vor allem einen wirtschaftlichen Nutzen hatten, haben äußerliche Rassemerkmale keine große Rolle gespielt. Das Hauptzuchtgebiet lag um den Ort Faverolles, der der Rasse ihren Namen gab und unter dem diese Hühner 1866 das erste Mal auftraten.

Um 1900 wurden die Faverolles verstärkt nach Deutschland eingeführt, und durch Weiterzüchtung und Festlegung von Rassemerkmalen wurde gezielt das Deutsche Lachshuhn herausgezüchtet. 1912 wurde dann ein eigener deutscher Standard erstellt. 1915 erhielt das Lachshuhn dann seinen Namen, damit sollte der deutschen Zuchtarbeit Anerkennung gezollt werden.

So entstand diese große, widerstandsfähige, fünfzehige Landhuhnrasse, eine Zwiehuhnrasse (Zweinutzungsrasse) mit einem erstklassigen Fleisch und guter Legeleistung.

Beim Dt. Lachshuhn handelt es sich um ein 5-zehiges, kräftiges, bewegliches Huhn, mit vollem, breitem, aber nicht plumpem Körper und einem feinen Knochenbau, mittelhoher Stellung, mit voller Befiederung und vollem Bart, befiederten Läufen und einem sehr zutraulichen Wesen.

Das Gewicht der Henne variiert zwischen 2,5 und 3,25 kg, das des Hahns zwischen 3,0 und 4,0 kg. Die Legeleistung liegt bei 160 hellgelben bis braunen Eiern, das Bruteier-Mindestgewicht liegt bei 55g. 

Aufgrund ihres Körperbaus neigen die Lachshühner wenig zum Fliegen.

Die großen Lachshühner gibt es in den Farbschlägen lachsfarbig,blau-lachsfarbig, weiss-schwarzcolumbia und weiß. Da lachsfarbig der Hauptvertreter ist, findet man die anderen Farben nur sehr selten. Ebenso verhält es sich mit der in Deutschland noch nicht anerkannten Farbe schwarz. 

 

Ringgrößen: 

Hahn 24 

Henne 22

 

Deutsche Lachshühner gibt es auch als Zwerghühner.

 

Die Dt. Zwerglachshühner gibt es in den Farbschlägen lachsfarbig, blau-lachsfarbig, weiß, schwarz und weiss-schwarzcolumbia. Die blauen Zwerglachshühner befinden sich zur Zeit im Anerkennungsverfahren.

 

An der Entstehung des Dt. Lachshuhns waren verschiedene Rassen beteiligt, wie Houdan, silberhalsige Dorking, helle (weiss-schwarzcolumbiafarbige) und dunkle Brahmas, wobei die dunklen Brahmas nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben.

Von den Houdan stammen der Bart und die 5-Zehigkeit, von den Dorking die 5-Zehigkeit, die Farbe und der Einfachkamm (Stehkamm) und von den Brahma die Aussenzehenbefiederung.

Die Stammeltern des Dt. Lachshuhns

Später bildeten sich aus dem ursprünglich französischen Faverolle 3 eigenständige Zuchtrichtungen aus.

Das Dt. Lachshuhn vom Dt. Zuchttyp, das Faverolle vom französischen Zuchttyp und das Faverolle vom englischen Zuchttyp.

Die einzelnen Zuchtrichtungen unterscheiden sich sowohl von der Figur als auch von der Farbgebung.

Sowohl bei der französischen als auch bei der englischen Zuchtrichtung hat der Hahn keinen Krausenfleck. Die Hennen sind bei der englischen Zuchtrichtung am dunkelsten.

Die englische Zuchtrichtung hat das üppigste und fluffigste Gefieder.

Historisches Bildmaterial: Dr. Rudolf Wolf, Die zeitgemäße Neugestaltung der Rassegeflügelzucht, erläutert am Beispiel des Lachshuhns