Giftpflanzen - gefährliche Pflanzen im Hühnergarten

Hühner haben doch einen Instinkt dafür was giftig ist. 

Oder etwa doch nicht?

Was Hühner fressen dürfen, und was besser nicht! 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Schwarzer Nachtschatten

Haben Hühner einen Instinkt für Giftpflanzen und meiden Ungenießbares oder Giftiges instinktiv?

Auch wenn viele Hühnerhalter davon überzeugt sind, die Antwort lautet NEIN!

Hühner haben ihren Instinkt für Giftpflanzen im Laufe der Evolution unwiederbringlich verloren.

Somit sind sie auf die Umsicht ihrer Halter angewiesen, die giftige Pflanzen aus dem Hühnergarten entfernen und dafür Sorge tragen, dass ihre Tiere nicht in Kontakt damit kommen.

Denn auch wenn einige Pflanzen noch so verlockend erscheinen, einmal probiert, kann einmal zu viel sein.

 

Wenn es um die Beurteilung der Giftigkeit von Pflanzen / Substanzen oder Speisen für Hühner geht,  muss man unterscheiden zwischen toxisch (giftig) und unverträglich.

Während toxische Pflanzen zu schweren Erkrankungen, Vergiftungen und Tod führen, wirken sich unverträgliche in einem geringerem Umfang auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Legeleistung aus. 

Toxisch / giftig:

  • Sämtliche Nachtschattengewächse (Solanaceae) enthalten das hitzestabile, giftige Alkaloid Solanin, das auch durch Kochen nicht zerstört werden kann. Zu den bekanntesten Nachtschattengewächsen zählen Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Auberginen. Während gekochte Kartoffeln und reife (rote) Tomaten ungiftig sind, sind alle grünen Pflanzenteile wie Blätter und unreife Früchte hoch toxisch. Besonders hoch ist der Gehalt an Solanin auch in den Keimen der Kartoffel. Aber auch Wildpflanzen wie der Schwarze Nachtschatten (Solanum nigrum) und die Schwarze Tollkirsche (Atropa Belladonna), sie enthält die Tropan-Alkaloide Hyoscyamin, Atropin und Scopolamin, sind hochgiftig für Hühner.
  • Rhabarber wirkt durch die enthaltene Oxalsäure auf die Calciumkanäle und führt zur Verstopfung der Nierentubuli mit Nieren- und Herzversagen. Giftig ist die komplette Pflanze, sowohl die Blätter als auch die Stiele.
  • Avocados enthalten Persin, was zu Herzmuskelnekrosen führen kann.
  • Zwiebeln enthalten Thiosulfate (Schwefelverbindungen), die zu Blutarmut führen können, und sind daher in größeren Mengen giftig.
  • Getreide, dass mit Mutterkorn, einem Pilz (Claviceps purpurea) befallen ist. Es enthält stark giftige Mutterkornalkaloide (Indolalkaloide).
  • Sämtliche Giftpilze sind auch für Hühner toxisch, Speisepilze hingegen (auch in geringen Mengen) unverträglich.
  • Rohe Bohnen enthalten Phasin, ein Lektingemisch, das eine toxische Eiweißverbindung darstellt, die zur Hämagglutination führt. Phasin wird durch mindestens 10 Minütiges Kochen zerstört, das Kochwasser muss entsorgt werden, da es erhebliche Mengen an Phasin aufweist. Phasin wird auch als Hämagglutinin bezeichnet.
  • Schokolade enthält Theobromin (3,7-Dimethylxanthin), ein Methylxanthin, das für Hühner giftig ist.
  • Alle Bestandteile der Eibe enthalten das giftige Taxin, mit Ausnahme des roten Fruchtkörpers der Beeren. Sowohl Nadeln, als auch Rinde und der Kern des Fruchtkörpers sind hochgiftig. Taxin führt zu Atemlähmung und Herzversagen.
  • Obwohl der Kirschloorbeer (Prunus laurocerasus) zu den Rosengewächsen gehört, enthält cyanogene Glykoside in Blättern und Früchten der Lorbeerkirsche, welche beim Verzehr Blausäure freisetzen.
  • Efeu enthält in allen Teilen toxisch wirkendes Falcarinol, einen ungesättigten Alkohol (Polyacytelen), sowie hämolytische Triterpensaponine (Triterpenglykoside). Selbst einfache Berührung kann zu Bläschenbildung der Haut führen.
  • Die Samen von Äpfeln und die meisten anderen Obstkerne enthalten Amygdalin, einen Stoff, der im Organismus enzymatisch zu Blausäure umgesetzt wird. Apfelkerne enthalten nur geringe Mengen an Amygdalin und sind für Hühner primär unbedenklich, zumal Hühner sie im Ganzen herunterschlucken und die Kerne im allgemeinen komplett wieder ausgeschieden werden.
  • Zitrusfrüchte können durch die enthaltene Säure zu schweren Reizungen des Darms führen.
  • Klee (vor allem Sauerklee) und Petersilie enthalten ebenfalls Oxalsäure, und sind in größeren Mengen toxisch.
  • Borretsch  (Borago officinalis) enthält eine hohe Konzentration an Pyrrolizidinalkaloiden (PA) die bereits in geringen Mengen sehr giftig sein können. 

Einige weitere für Hühner toxische Gartenpflanzen sind:

  • Ackerkraut
  • Buchsbaum
  • Christuspalme
  • Clematis
  • Farn
  • Fingerhut
  • Goldregen
  • Hortensie
  • Hyazinthe
  • Johanniskraut
  • Krauser Ampfer
  • Maiglöckchen
  • Meerrettich 
  • Palmerfuchsschwanz
  • Rhabarber
  • Rhododendron
  • Rittersporn
  • Rosskastanie
  • Scharfer Hahnenfuß
  • Schierling
  • Tulpe
  • Wandelröschen
  • Wasserschierling
  • Zaunrübe

Unverträglich:

  • langfaserige Grashalme und trockenes Gras / Heu können zur Kropfverstopfung führen
  • Gärender Grasschnitt führt zu Durchfällen
  • Kohl in großen Mengen
  • Schimmelige, verdorbene, gewürzte und salzige Essensreste gehören nicht auf den Speiseplan der Hühner

Natürlich gibt es für Hühner auch gesunde Kräuter und Heilpflanzen, diese sollten bevorzugt im Garten angepflanzt werden:

  • Basilikum (Ocimum basilicum)
  • Beifuß (Artemisia vulgaris),
  • Brennesseln (Urtica)
  • Dillkraut (Anethum graveolens)
  • Estragon (Artemisia dracunculus)
  • Fenchel (Foeniculum vulgare)
  • Giersch (Aegopodium podagraria) 
  • Hopfen (Humulus lupulus)
  • Holunder (Sambucus)
  • Kamille (Chamomilla recutita/Matricaria recutita)
  • Kapuzinerkresse (Tropaeolum)
  • Knoblauch (Allium sativum) (nur in kleinen Mengen)
  • Knöterich / Vogelknöterich (Polygonum aviculare)
  • Koriander (Coriandrum sativum)
  • Kornblumen (Centaurea cyanus L.)
  • (echter) Lavendel (Lavandula angustifolia / Lavandula officinalis / Lavandula vera)
  • Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia; früher Taraxacum officinale L.)
  • Luzerne (Medicago sativa)
  • Majoran (Origanum majorana)
  • Pfefferminze (Metha piperita)
  • Oregano / Echter Dost (Origanum vulgare)
  • Ringelblume (Calendula officinalis)
  • Rosen (Rosa) wie die Hagebutte (Rosa canina)
  • Rosmarin (Salvia rosmarinus / Rosmarinus officinalis)
  • Salbei (Salvia verticillata)
  • Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
  • Thymian (Thymus vulgaris)
  • Vogelmiere (Stellaria media)
  • Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
  • Wermut (Artemisia absinthium L.)

Kräuter können heilende und die Gesundheit fördernde Wirkungen haben, so wirken einige Kräuter appetitanregend (Wermut), belebend (Rosmarin), beruhigend (Lavendel) oder entzündungshemmend (Oregano, Pfefferminze, Kamille, Salbei).