Von der Norm abweichende Eier

Gewöhnlich sind Eier oval mit einem spitzen und einem stumpfen Ende und haben einen Dotter und Eiklar, sowie eine glatte Oberfläche.

Aber es gibt auch Ausnahmen. 

Nicht jede davon hat einen Krankheitswert für das Huhn, einige allerdings schon. Und einige von der Norm abweichende Eier sollte man besser nicht verzehren. Von Kalkauflagerung bis Fischgeruch.

Auf was man achten sollte.

 

Foto: Junghenneneier mit Kalkauflagerungen

 

 

 

Eier mit Kalkauflagerungen

Eier mit Kalkauflagerungen auf der Schale findet man vorrangig bei sehr jungen Hennen, die gerade mit dem Legen begonnen haben. Diese Kalkauflagerungen sind völlig unbedenklich, und stellen einen Calciumüberschuss dar.

Die Hennen verfügen in dem Alter noch über sehr gute Calciumreserven, und können überschüssiges, mit der Nahrung aufgenommenes Calcium auf diesem Weg gut aus dem Körper ausscheiden.
Wenn die Hennen älter werden, verbrauchen sie zumeist mehr Calcium für den Knochenstoffwechsel und die Eiproduktion, so dass man auf den Eiern von älteren Hennen nur noch selten Kalkauflagerungen findet.

 

Diese Eier kann man bedenkenlos essen.

 

Blutige Eierschale

Gerade bei Junghennen, bei denen die Legetätigkeit beginnt, findet man auf den ersten Eiern mehr oder weniger Blut. Doch das ist kein Grund zur Sorgen. Der Legedarm verlängert und weitet sich unter dem Hormoneinfluss dieser jungen Hennen nach und nach, und die folgenden Eier sind dann nicht mehr mit Blut verschmiert.

Solche mit Blut verunreinigten Junghenneneier nennt man auch 'Jungfrauen Eier'.

Auch nach der Mauser, wo sich der Legedarm wieder verkürzt und verengt, kann es zu Beginn der neuen Legeperiode zu Eiern mit Blutauflagerungen kommen.

 

Diese Eier kann man bedenkenlos essen.

 

Blutiges Eiklar oder Blutfleck im Dotter

Gelegentlich kommt es vor, dass man ein Ei mit blutigem Eiklar oder einem kleinen Blutigen Fleck im Dotter vorfindet. Kommt es bei der Ovulation der Dotterkugel zur Ruptur eines kleinen Gefäßes, so gelangt das Blut zusammen mit der Dotterkugel ins spätere fertige Ei, und wird zusammen mit dem Eiklar von der Kalkschale umgeben.

 

Diese Eier kann man bedenkenlos essen.

 

Fleischflecken im Ei

Bei einem Fleischflecken im Ei handelt es sich nicht um einen angebrüteten Embryo. Denn diese Fleischflecken findet man auch in den unfruchteten Eiern von Hennen, die in ihrem Leben noch nie einen Hahn gesehen haben, z.B. in der industriellen Massentierhaltung. 

Diese Fleischflecken kommen vorrangig in Eiern älterer Hennen vor, es handelt sich dabei um Gewebeteile aus dem Legedarm, die währende der Entwicklung des Eies mit im Ei eingeschlossen werden.

 

Diese Eier kann man bedenkenlos essen.

 

Windeier

Unter einem Windei versteht man ein Ei, das vom Huhn ohne Kalkschale gelegt wird. 

Durchwandert das Ei den Eihalter zu schnell, entstehen schalenlose Eier, die sog. Windeier.

Gehäuftes Auftreten von Windeiern deutet auf einen Kalkmangel hin und kann mit der Gabe von Muschelschalen-Grit behoben werden. Durch die zusätzliche Gabe eines Vitamin-D-Präparates kann die Calcium-Aufnahme verbessert werden. Oft treten Windeier bei hohen, sommerlichen Temperaturen auf, da dann die Nahrungsaufnahme eingeschränkt ist, und Kalkmangel sich besonders schnell bemerkbar macht.

In seltenen Fällen kann auch eine Infektion der Eileiter vorliegen. Bei verschmutzten Legeplätzen besteht die Gefahr, dass die Kloake beim Eierlegen Darmbakterien aufnimmt, die über den Eileitertrichter bis in die Bauchhöhle gelangen können. Das kann zur Eileiter- und Bauchfellentzündung führen.

Sogar Spulwürmer können auf diese Weise in den Eileiter, und somit auch in das Ei gelangen.

 

Diese Eier sollte man besser nicht essen.

 

Offenporige Eier

 ‚Offenporige‘ Eier, deuten auf einen Kalkmangel hin.

Diese Eier sind für die Bebrütung ungeeignet, da sie zu schnell zu viel Feuchtigkeit verlieren. Außerdem können Keime durch die Poren ins Innere des Eies gelangen, was zum Absterben des Keimes führen kann.

Oftmals ist auch die Schale offenporiger Eier sehr dünn.

 

Diese Eier kann man bedenkenlos essen. Allerdings sollte man sie nicht allzu lange lagern.

 

Raue Eier

Eier mit einer rauen, sandblattähnlichen Oberfläche fehlt die Schalenoberhaut, die die Eier vor dem Eindringen von Keimen schützt. Auch diese Eier sind nicht zur Bebrütung geeignet.

 

Diese Eier kann man bedenkenlos essen. Allerdings sollte man sie nicht allzu lange lagern.

 

Deformierte Eier

Deformierte Eier oder Eier mit Rillen (Längs- oder Querrillen) weisen darauf hin, dass die Henne entweder beim Legen gestört wurde, dass sie krank ist, oder, wenn die Henne ansonsten gesund ist, dass die Eiform eine spezifische Eigenheit dieser Henne ist  (jede Henne legt immer die für sie typische selbe Eiform). Eier mit extrem dünner Schale und Längsrillen findet man typischerweise bei an IB (Infektiöser Bronchitis) erkrankten Hennen. Hier geht auch die Legeleistung drastisch zurück, und man erkennt die Hennen an ihrem gestörten Allgemeinbefinden.

Foto: Ei aus dem Supermarkt

 

Diese Eier sollte man besser nicht essen, wenn man die Ursache nicht kennt.

 

Eier mit doppeltem Dotter

Die Ursache von Eiern mit Doppeldottern hängt normalerweise vom Alter der Henne ab. Gerade bei sehr jungen Hennen, die gerade mit dem Legen beginnen, kommt es Anfangs noch zu einem hormonellen Ungleichgewicht und der Prozess der Eibildung muss sich hormonell noch regulieren.

Dabei kommt es immer wieder einmal zu einem Ei, bei dem es im Vorfeld zur gleichzeitigen Ovulation von zwei Dotterkugeln im Eierstock gekommen ist, und diese beiden Dotterkugeln sich dann zu einem einzigen Ei weiterentwickelt haben.

Eier mit zwei Dottern sind größer als normale Eier, sie haben oft das doppelte Gewicht wie normalgroße Eier, und sind echte XL Eier. Eier mit doppeltem Dotter sagen nichts über die Qualität oder über die Erzeugungsbedingungen eines Eies aus. Sie kommen bei Rassehühnern genau so vor, wie bei Legehybriden. Diese Eier sind zwar beim Verbraucher sehr beliebt, aber für die Henne bedeutet es eine enorme körperliche Belastung, ein so großes Ei zu legen. Es geht mit einem Erhöhten Risiko eines Legedarm- oder Kloakenvorfalls, von Legenot oder einer Legedarmruptur einher. Legen Hennen dauerhaft Eier mit zwei Dottern, so ist die Lebenserwartung dieser Tiere deutlich reduziert.

Können sich in Eiern mit zwei Dottern auch zwei Küken entwickeln?

Ja! Auch in Eiern mit zwei Dottern können sich zwei Küken entwickeln.

Dabei handelt es sich dann um Zweieiige Zwillinge.

Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch beide Küken schlüpfen, eher gering, wenngleich es möglich ist. Da aber beide Embryonen von Anfang an um Nahrung konkurrieren, stirbt zumeist einer der Embryonen noch während der Entwicklung ab. Sollten sich beide Küken bis zum Schluss entwickeln, so benötigen sie allerdings Hilfe beim Schlupf, denn sie haben zu wenig Platz, um sich im Ei zu drehen, und die Schale zu zerbrechen.

 

Diese Eier kann man bedenkenlos essen. 

 

Eier mit weißem Dotter 

Die auch als 'Platinum Yolk' bezeichneten weißen Dotter kommen nur selten vor.

Sie sind jedoch immer ein Anhaltspunkt für ein krankhaftes Geschehen.

Im Normalfall ist der Dotter vom Hühnerei hellgelb bis dunkelorange, in Abhängigkeit von der Fütterung und der Jahreszeit. Je karotinreicher das Futter ist, desto intensiver ist der Dotter gefärbt. Nicht nur gutes Futter, Karotten und Mais, auch Gras enthält einen hohen Anteil an Karotin, weshalb auch Eier von freilaufenden Hühnern eine schöne intensive Dotterfarbe haben. Was ist nun die Ursache, wenn Hühner Eier mit weißer Dotterfarbe legen? 

Wenn Hühner Eier mit blasser bis weisser Dotterfarbe legen, ist das eindeutig ein Indiz für einen Befall mit Endoparasiten, wie Spulwürmern (Ascariden) oder Kokzidien.

Hier hilft nur eine Kotuntersuchung, und die auf den Befall abgestimmte Behandlung der Tiere mit einem antiparasitären Mittel. 

 

Diese Eier sollte man besser nicht essen.

Sensorisch abweichende übelriechende Eier

Früher hielt man die Fütterung mit Fischmehl für den Grund des fischigen Geruchs einiger Eier. Doch das ist falsch.

Die Ursache liegt in einem Gendefekt ausschließlich von Hennen, die braunschalige Eier legen. Bei diesen Hennen kommt es zu fütterungsbedingten geruchlichen Abweichungen der Eier nach verdorbenem Fisch. Ausgelöst wird der fischige Geruch durch Trimethylamin (TMA). Die TMA-Bildung findet im Dickdarm der Hennen durch Enterobakterien aus sog. TMA Vorläufer-Substanzen statt, wie z.B. Cholin, einem Futtermittelzusatz, oder Sinapin, einem phenolischen Inhaltsstoff des Raps.

Im Normalfall wird TMA durch das in der Leber lokalisiertes Enzym Oxigenase zu geruchlosem TMA-Oxid umgewandelt, und verlässt den Körper über die Exkrete (Ausscheidungen). 

Wird TMA bei Hennen mit einem Gendefekt (Mutation des Gens FMO3 für das Leberenzym Oxigenase) nicht oxidiert, verbleibt es im Körper der Henne und gelangt in den Eidotter.

Auch der Atem der Hennen kann einen fischigen Geruch haben, und TMA kann im gesamten Körper und in den Exkreten der Hennen nachgewiesen werden.

Einschränkungen in der Aktivität des für die TMA-Oxidation verantwortlichen Enzyms Oxigenase sind genetisch bedingt.

Eine Fütterung der Hennen mit Sojaschrot anstelle von Raps verhindert erhöhte TMA Gehalte in den Eiern und somit den fischigen Geruch.

 

Auch wenn man diese Eier essen kann, stellt der Geruch eine starke sesorische Beeinträchtigung dar. Während beim Backen oder als Rühr- oder Spiegelei das gasförmige  TMA aus dem Ei entweichen kann, und den Geschmack kaum beeinträchtigt, haben gekochte Eier hingegen einen fischigen Geruch, der als sensorisch sehr störend empfunden wird, da das TMA im Ei eingeschlossen bleibt.