Die Bürzeldrüse beim Huhn

Die Bürzeldrüse des Huhns, ihre Funktion bei der Gefiederpflege und für den Vitaminhaushalt. 

Die zweilappige, holokrine Bürzeldrüse (Glandula uropygialis), befindet sich am oberen Ende des Rückens in der Haut über den freien Schwanzwirbeln auf dem Bürzel der Hühner. Mit Ausnahme der schwanzlosen Hühnerrassen wie Araucana, besitzen alle Hühner eine Bürzeldrüse.

 

Sie ist eine aus dorsalem Ektoderm entstandene Hautdrüse (Glandula cutanea) der Hühner, und zählt zu den Talgdrüsen. Sie erhebt sich als Papilla uropygialis (Bürzelzitze) über das Niveau der Haut, und wird von den umgebenden Konturfedern verborgen. 

 

Die Glandula uropygialis besteht aus zwei bilateral symmetrischen Lappen, den Lobi glandulae uropygialis, die je in einem Ausführungsgang, dem Ductus glandulae uropygialis münden.

Der Drüsenkörper ist umschlossen von einer festen Bindegewebskapsel, der Capsula glandulae uropygialis, das Septum interlobare, eine Haut innerhalb der Drüse, teilt sie in zwei gleich große Hälften.

 

Sie bildet holokrin, also unter dem kompletten Zerfall der sekretorischen Zellen, ein öliges Sekret, das die Hühner mit dem Schnabel vom Bürzeldocht (Circulus uropygialis), der aus einigen, spezialisierten Dunen besteht, aufnehmen, und zur Pflege im gesamten Gefieder verteilen. Dadurch wird das Gefieder gereinigt und geglättet, und in einem gewissen Umfang wasserabweisend ausstattet.

Beim Wassergeflügel ist die Bürzeldrüse stärker ausgeprägt, da die wasserabweisende Wirkung des Gefieders von größerer Bedeutung ist als beim Huhn.

 

Möglicherweise hat das Bürzeldrüsensekret auch eine Funktion für den Vitaminhaushalt, da es Vitamin-D-Vorstufen enthält, und die Bürzeldrüse somit als Speicherorgan für Vitamin D fungiert, und die Tiere beim Putzen Vitamin D aufnehmen. Die Sekrete der Bürzeldrüse bestehen primär aus Esterwachsen (Lipiden), die aus Fettäuren und Alkoholen zusammengesetzt sind, sowie fungiziden und bakteriziden Bestandteilen.